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Grafik Windpocken
Foto: © HMSI

Die Windpocken sind eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit. Sie wird durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst und tritt meist schon im Kinderalter auf. Das liegt daran, dass das Virus hochansteckend ist. Es wird buchstäblich “durch den Wind” übertragen; daher stammt auch der Name Windpocken.

Windpocken werden von Mensch zu Mensch übertragen (Tröpfcheninfektion). Bereits vor Auftreten des typischen Hautausschlags sind Infizierte ansteckend. Schon ein kurzer gemeinsamer Aufenthalt in einem Raum reicht für die Ansteckung aus.

Am Beginn einer Windpockenerkrankung steht ein leichtes Krankheitsgefühl. Gelegentlich tritt Fieber auf. Kinder fühlen sich schlapp und sind weinerlich.

Das typische Krankheitszeichen ist ein unangenehm juckender Hautausschlag, der sich von Kopf und Rumpf ausgehend über den ganzen Körper verbreitet. Der Ausschlag tritt etwa 14 bis 22 Tage nach der Ansteckung auf.

Zunächst bilden sich kleine Knötchen, die sich zu etwa linsengroßen, flüssigkeitsgefüllten Bläschen entwickeln. Sie öffnen sich nach einigen Tagen, trocknen aus und heilen ab. Typisch für Windpocken ist, dass alle Stadien des Ausschlags gleichzeitig auftreten können. Erkrankte zeigen zwischen 50 und mehreren hundert Hauterscheinungen in unterschiedlichen Stadien (Flecken, Knötchen, Bläschen, Krusten) gleichzeitig.

Windpocken können bei älteren Kindern oder Erwachsenen komplikationsreicher verlaufen. Seltene Folgen sind Gehirn-, Mittelohr-, Lungen- oder Leberentzündung. Weiterhin können die Viren – nach Beendigung der Krankheit – noch in bestimmten Bereichen der Nervenendigungen verbleiben, später wieder aktiv werden und eine Gürtelrose auslösen. Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem sind besonders gefährdet. Ebenfalls kann eine Windpocken-Infektionen während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt schwere Folgen für das Baby haben.

Es gibt keine spezielle Behandlung von Windpocken. Juckreizstillende Puder, Lotionen oder bei Bedarf auch antiallergische Tropfen helfen, die lästigen Symptome zu lindern.

Die Impfung mit nicht ansteckungsfähigen Varicella-Zoster-Viren sind der einzige zuverlässige Schutz vor einer Infektion. Der Körper produziert gezielt Abwehrstoffe und wird so immun.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Windpocken in zwei Schritten:  

  • Die 1. Impfung erfolgt im Alter von 11 bis 14 Monaten. Die Impfung kann entweder gleichzeitig mit der ersten Masern-Mumps-Röteln-Impfung durchgeführt werden oder frühestens vier Wochen nach dieser erfolgen.
  • Die 2. Impfdosis wird im Alter von 15 bis 23 Monaten gegeben und kann mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln (MMRV) verabreicht werden.

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Foto: @HMSI

Bei ungeimpften Kindern und Jugendlichen sollte die Impfung bis zum 18. Geburtstag mit zwei Impfdosen nachgeholt werden.

In Deutschland kam es laut Angaben des Robert Koch-Instituts vor Einführung der Varizellenschutzimpfung 2004 jährlich zu etwa 750.000 Windpockenerkrankungen. Im Jahr 2016 erkrankten 25.050 Menschen, 2017 21.778 Menschen und 2018 20.448 Menschen an Windpocken.

Die Windpockenimpfung ist sicher, gut verträglich und hat sich bei der Bekämpfung des gefährlichen Virus weltweit bewährt.

Informationen zum verwendeten Impfstoff finden Sie im Beipackzettel des Impfstoffs.

Bitte wenden Sie sich mit Fragen an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt sowie an Ihre zuständiges Gesundheitsamt. Umfassende (Fach-) Informationen zu Infektionskrankheiten und Schutzimpfungen gibt es auch im Internet auf den Seiten des Robert Koch-Instituts.

Wissenswertes rund um den Infektionsschutz durch Impfen finden Sie außerdem auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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