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Meningokokken

Meningokokken

Meningokokken sind weltweit vorkommende Bakterien, die eine Hirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung auslösen können. Am häufigsten vorkommende Gruppen in Deutschland sind Meningokokken der Gruppe B, gefolgt von den Gruppen Y, C und W.

Meningokokken-Erkrankungen können in jedem Lebensalter auftreten. Am häufigsten erkranken Säuglinge und Kleinkinder, gefolgt von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und älteren Senioren. Ein Impfschutz gegen unterschiedliche Meningokokken-Typen ist daher besonders wichtig.

Virus hält Meningokokken-Banner in die Luft Foto: ©HMFG

Kompetente Beratung erhalten Sie bei Ihrer Ärztin bzw. bei Ihrem Arzt.

Meningokokken werden über Tröpfcheninfektion übertragen, also vor allem über Husten oder Niesen sowie den direkten engen Kontakt, etwa beim Küssen. Die Erreger sterben an der Luft schnell ab, so dass eine Infektion bei üblichen Alltagskontakten nicht möglich ist.

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch einer Meningokokken-Erkrankung dauert es in der Regel drei bis vier Tage. Zunächst treten kurz grippeähnliche Symptome auf. Dazu setzen plötzlich starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Nackensteifheit ein. Bei einem großen Teil der Erkrankten treten außerdem kleine, punktförmige Hautblutungen auf.

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome häufig schwieriger zu deuten. Wenn ein Kind Fieber hat, schrill schreit, sehr unruhig oder auch auffallend teilnahmslos ist, die Nahrung verweigert und dabei eventuell erbricht oder Durchfall hat und empfindlich auf Berührungen reagiert, sollte sofort eine Arztpraxis oder das nächstgelegene Krankenhaus aufgesucht werden.

Da Meningokokken-Erkrankungen in den meisten Fällen schwer verlaufen und oft Komplikationen mit sich bringen, müssen sie stationär im Krankenhaus behandelt werden. Betroffene werden in jedem Fall mit Antibiotika behandelt und gegebenenfalls intensiv-medizinisch betreut. Die Überlebenden leiden häufig an Langzeitfolgen, wie z.B. Epilepsie oder chronischem Nierenversagen. Menschen, die engen Kontakt zu den Erkrankten haben, sollten schnellstmöglich eine vorbeugende Behandlung mit Antibiotika erhalten, um eine Infektion zu vermeiden.

Eine Meningokokken-Erkrankung verläuft häufig kompliziert und kann sogar tödlich enden. Die STIKO empfiehlt allen Säuglingen ab dem Alter von zwei Monaten die Schutzimpfung gegen Meningokokken der Gruppe B. Weiterhin empfiehlt die STIKO allen Heranwachsenden im Alter von 12 bis 14 Jahren den Impfschutz gegen Meningokokken der Gruppen A, C, W, Y. Versäumte Impfungen sollen bis zum 5. Geburtstag (Mengingokokken-B-Impfung) bzw. bis zum 25. Geburtstag (Meningokokken ACWY-Impfung) nachgeholt werden.

Wichtig zu wissen ist, dass die Impfung gegen Meningokokken A, C, W, und Y zu einem Zeitpunkt ansteht, zu der auch die Vorsorgeuntersuchung J1 in Anspruch genommen werden kann. Damit mehr junge Menschen zur J1-Vorsorge gehen, erhalten Familien mit Heranwachsenden im Alter von 13 und 14 Jahren eine persönliche Einladung zur J1-Untersuchung. Neben einer gesundheitlichen Untersuchung kann im Rahmen dieser auch die Impfung gegen Meningokokken A, C, W und Y sowie weitere Impfungen, z.B. gegen HPV, erfolgen.

Darüber hinaus wird ein Impfschutz gegen Meningokokken (A, C, W, Y und B) für Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko empfohlen. Dies betrifft z.B. Personen mit Immundefizienz, gefährdetes Laborpersonal aber auch Reisende in Ländern mit erhöhtem Vorkommen.

Die Meningokokken-Impfung ist die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung der Krankheit. Die Impfung gilt hierzulande als Standardimpfung, die wirksam und sicher ist. Als Impfreaktion kann es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle kommen. Es können Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber oder leichte Magen-Darm-Beschwerden auftreten, die aber rasch wieder abklingen.

Sie können sich natürlich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden. Informationen erhalten Sie auch beim zuständigen Gesundheitsamt.

Umfangreiche Informationen zum verwendeten Impfstoff finden Sie im Beipackzettel des Impfstoffs.

Umfassende (Fach-)Informationen zu Infektionskrankheiten und Schutzimpfungen gibt es auch im Internet auf den Seiten des Robert Koch-Institutes.

Wissenswertes rund um den Infektionsschutz durch Impfen finden Sie außerdem auf den Seiten der Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit.

(Diese Darstellung dient der allgemeinen Information und kann eine persönliche Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt nicht ersetzen.)