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Grafik Rotaviren
Foto: © HMSI

Rotaviren sind weltweit die häufigsten Durchfallerreger bei Säuglingen und Kleinkindern. Sie sind hoch ansteckend und können in der Umwelt mehrere Tage überleben Ein Schutz gegen diesen Erreger entwickelt sich erst in den ersten Lebensjahren. Und weil sie gerne alles in den Mund stecken, sind vor allem Kinder bis drei Jahre gefährdet. Eine Rotaviren-Infektion kann mehrfach auftreten.

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Die Verbreitung erfolgt über eine Schmierinfektion. Erkrankte scheiden die Erreger massenhaft mit dem Stuhl aus. Dabei können Rotaviren über kleinste Spuren von Stuhlresten an den Händen weitergegeben werden, von dort in den Mund und weiter in den Verdauungstrakt gelangen. Die Ansteckung kann auch über Gegenstände erfolgen. Auf Toiletten, an gemeinsam genutzten Handtüchern, Tür- und Haltgriffen oder Armaturen überleben die Erreger. Sie gelangen dann über die Hände in den Mund und weiter in den Verdauungstrakt.

Eine Infektion ist besonders für kleine Kinder gefährlich. Sie verkraften den hohen Flüssigkeits- und Salzverlust nicht gut. Säuglinge werden zur Behandlung oft ins Krankenhaus eingewiesen.

Rotaviren lösen einen plötzlich einsetzenden, wässrigen Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen aus. In vielen Fällen ist die Infektion von leichtem Fieber, Husten und Schnupfen begleitet. Im Unterschied zu anderen Durchfall-Erkrankungen verläuft die durch Rotaviren verursachte Magen-Darm-Erkrankung gerade bei Säuglingen und Kleinkindern schwerer. Die Beschwerden bestehen meistens über zwei bis sechs Tage und klingen dann von selbst ab. Bei schweren Verläufen verlieren die Erkrankten durch Erbrechen und Durchfall schnell viel Körperflüssigkeit. Wenn der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen werden kann, wird der Zustand mitunter lebensbedrohlich.

Die Krankheit bricht meistens ein bis drei Tage nach Ansteckung aus. Die Erreger werden auch nach Abklingen der Beschwerden noch bis zu acht Tage mit dem Stuhl ausgeschieden. In dieser Zeit ist eine Übertragung der Krankheit möglich.

Die Behandlung des Rotavirus erfolgt rein symptomatisch. Mit schmerzsenkenden Mitteln können Beschwerden gelindert werden. Sehr wichtig ist, dass Erkrankte viel trinken und so den hohen Flüssigkeitsverlust wieder ausgleichen.

Während der akuten Krankheitsphase sind spezielle Hygienemaßnahmen zu berücksichtigen. Hände sollten nach jedem Kontakt mit erkrankten Personen gründlich mit Seife gewaschen und desinfiziert werden, insbesondere auch nach dem Windelwechsel. Desinfiziert werden sollten ebenfalls Spielzeuge, Geschirr, Wickelunterlage und andere Gegenstände. Händewaschen mit Wasser und Seife ist grundsätzlich auch nach jedem Toilettengang, vor der Zubereitung von Speisen und vor dem Essen wichtig.

Erkrankte sollten ausschließlich eigene Pflegeprodukte und Handtücher verwenden und alles separat aufbewahren. Bettwäsche, Handtücher und Waschlappen müssen häufig gewaschen werden - mindestens bei 60°C. Türgriffe, Armaturen und andere Flächen, mit denen ein Erkrankter in Berührung kommt, sind gründlich zu reinigen. Das Virus überlebt lange auf Oberflächen oder Gegenständen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für Säuglinge ab der 6. Lebenswoche eine Schluckimpfung gegen Rotaviren. Abhängig vom Impfstoff muss die Impfung im Abstand von vier Wochen ein- bis zweimal wiederholt werden.

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Eine Impfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Infektion, schützt aber effektiv vor schweren Krankheitsverläufen und langen Krankenhausaufenthalten.

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Impfstoffes ist gut.

Es besteht nach der ersten Impfung möglicherweise ein geringfügig erhöhtes Risiko, dass im Darm des Säuglings eine Einstülpung entsteht, wobei sich ein Darmabschnitt in den anderen schiebt. Das passiert sehr selten, auch bei ungeimpften Kindern. Dennoch hat man beobachtet, dass die Wahrscheinlichkeit einer solchen Einstülpung nach Impfung geringfügig erhöht ist. Da die Wahrscheinlichkeit mit den Lebensmonaten steigt, empfiehlt die STIKO die Impfserie möglichst früh zu beginnen und zeitnah abzuschließen.

Kinder mit einer Neigung für eine solche Darmeinstülpung sollten die Impfung nicht bekommen. Auch eine angeborene oder vermutete Immunschwäche kann gegen die Impfung sprechen.

Sie können sich natürlich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden. Informationen erhalten Sie auch beim zuständigen Gesundheitsamt.

Umfangreiche Informationen zum verwendeten Impfstoff finden Sie im Beipackzettel des Impfstoffs.

Umfassende (Fach-)Informationen zu Infektionskrankheiten und Schutzimpfungen gibt es auch im Internet auf den Seiten des Robert Koch-Institutes.

Wissenswertes rund um den Infektionsschutz durch Impfen finden Sie außerdem auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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