Logo Impfkampagne
Grafik Mumps
Foto: © HMSI

Die Infektionskrankheit Mumps, umgangssprachlich auch Ziegenpeter genannt, wird durch das Mumpsvirus ausgelöst. Es kommt nur beim Menschen vor und ist weltweit verbreitet.

Wie andere Infektionskrankheiten gilt auch Mumps als typische Kinderkrankheit. Das liegt nur daran, dass die Viren hochansteckend sind, sodass früher die meisten Menschen schon in der Kindheit infiziert wurden. Allerdings können sich auch Jugendliche und Erwachsene anstecken. Bei beiden Personengruppen ist der Verlauf in der Regel schwerer als bei kleinen Kindern.

Wenn sie sich mit dem Virus infizieren, kann die Krankheit gefährlich werden. Bei Mumps können Komplikationen und auch Dauerschäden auftreten. Typisch sind z.B. Gehirnentzündung, bleibende Hörschäden und Sterilität (bei Infektion des Hodens).

In Deutschland ist die Häufigkeit von Mumps-Erkrankungen stark gesunken. Denn viele Menschen sind geimpft. Dennoch treten immer wieder Mumps-Erkrankungen auf.

Mumps wird per Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen. Das bedeutet, dass die Viren durch Niesen, Husten oder Sprechen von Mensch zu Mensch gelangen. Selten ist auch eine Übertragung durch Speichel, der auf Gegenstände gelangt, möglich. Tatsächlich sind alle Personen, die mit dieser ansteckenden Krankheit in Kontakt kommen, stark gefährdet zu erkranken – es sei denn, sie sind geimpft oder haben bereits eine Mumpserkrankung durchgemacht und sind dadurch immun.

Grafik "Zum Impfkalender"
Foto: @HMSI

Die Ansteckungsrate bei Mumps ist relativ hoch: Mehr als die Hälfte nicht immuner Menschen, die mit dem Virus in Kontakt kommen, erkranken.

Ungefähr zwei Wochen nach der Ansteckung treten grippeähnliche Symptome, z.B. Mattigkeit, Fieber, Husten und Kopfschmerzen auf. Oft kommt eine ein- oder beidseitige Schwellung der Ohrspeicheldrüse hinzu. Auch die Speicheldrüsen im Unterkiefer bzw. unter der Zunge sowie die benachbarten Lymphknoten können anschwellen. Da längst nicht jeder Erkrankte diese Anzeichen zeigt, bleibt Mumps gerade bei Kindern oft unerkannt und wird für einen harmlosen Infekt gehalten.

Für die Krankheit Mumps gibt es keine Therapie. Wie bei fast allen durch Viren hervorgerufenen Infektionskrankheiten können nur die Symptome behandelt werden. Dazu zählen fiebersenkende Mittel. Antibiotika sind gegen Erkrankungen, die durch Viren ausgelöst werden, wirkungslos. Sie werden in der Regel erst eingesetzt, wenn bakteriell verursachte Komplikationen auftreten. Auch deswegen bietet die Impfung den wirksamsten Schutz.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Mumps. Sie erfolgt vorzugsweise mit einem sogenannten MMR- oder MMRV-Kombinationsimpfstoff, der neben Mumps auch vor Masern, Röteln und ggf. Windpocken schützt. Einen Einzelimpfstoff gegen Mumps gibt es in Deutschland nicht.

Bei Kindern wird der Aufbau eines Impfschutzes in zwei Schritten empfohlen:

  • Die 1. Impfung erfolgt ab dem 11. Lebensmonat
  • Die 2. Impfdosis wird frühestens sechs Wochen nach der 1. Impfdosis und spätestens bis zum Ende des 2. Lebensjahres gegeben.

Erst nach der 2. Impfung ist die empfohlene Impfreihe zum Schutz vor Mumps vollständig.

Bei ungeimpften Kindern und Jugendlichen sollte die Impfung so schnell wie möglich mit zwei Impfdosen nachgeholt werden. Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, wird eine Impfung empfohlen, wenn sie in Gesundheitsdienstberufen in der unmittelbaren Patientenversorgung, in Gemeinschaftseinrichtungen oder Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene tätig sind und gar nicht oder nur einmal in der Kindheit gegen Mumps geimpft wurden bzw. die Krankheit nicht durchgemacht haben. Das gilt auch bei einem unklaren Impfstatus. Sie erhalten eine einmalige Impfung.

Die Impfung gegen Mumps gilt hierzulande als Standardimpfung. Sie ist in der Regel gut verträglich. In einzelnen Fällen können Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber oder leichte Magen-Darm-Beschwerden auftreten, die aber rasch wieder abklingen. Auch eine Hautreaktion an der Injektionsstelle ist möglich.

Sie können sich natürlich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden. Außerdem bietet Ihr örtliches Gesundheitsamt kundige Beratungen zu Mumpserkrankung und Impfungen an.

Umfangreiche Informationen zum verwendeten Impfstoff finden Sie im Beipackzettel des Impfstoffs.

Umfassende (Fach-)Informationen zu Infektionskrankheiten und Schutzimpfungen gibt es auch im Internet auf den Seiten des Robert Koch-Institutes.

Wissenswertes rund um den Infektionsschutz durch Impfen finden Sie außerdem auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

© Copyright 2018-2021 - Hessisches Ministerium für Soziales und Integration