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Masern

Grafik Masern
Foto: © HMSI

Masern sind eine schwere Infektionskrankheit. Sie sind weltweit verbreitet und zählen zu den ansteckendsten Viruserkrankungen überhaupt. Masern gelten noch heute als typische Kinderkrankheiten. Dabei befallen sie zunehmend Jugendliche und Erwachsene.

Masern werden von Mensch zu Mensch übertragen, schon beim Niesen oder Sprechen (Tröpfcheninfektion). Auch dann, wenn man einigen Abstand zur erkrankten Person hat. Im Prinzip sind alle, die mit dieser hochansteckenden Krankheit in Kontakt kommen, stark gefährdet – es sei denn, sie sind geimpft oder haben selbst eine Masernerkrankung durchgemacht und sind dadurch immun.

Masern sind extrem ansteckend: Ohne Impfschutz stecken sich etwa 95 von 100 Menschen an, wenn sie Kontakt zu einer erkrankten bzw. infizierten Person hatten.

Die typischen Symptome von Masern sind hohes Fieber und ein rotfleckiger Hautausschlag. Hinzu kommen in vielen Fällen Husten, Schnupfen, Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum und an der Augenbindehaut.

Masern sind schon drei bis fünf Tage vor dem Auftreten des Hautausschlags hoch ansteckend. Der Krankheitsausbruch kündigt sich sieben bis 14 Tage nach der Ansteckung mit grippeähnlichen Symptomen an: hohes Fieber, Husten und Schnupfen. Im Mund können sich weißliche Flecken bilden (sogenannte Koplik-Flecken). Erst einige Tage später entwickelt sich der typische Masernausschlag und das Fieber steigt erneut. Der Ausschlag beginnt im Gesicht und hinter den Ohren, breitet sich über den Körper aus und verschwindet nach drei bis vier Tagen wieder.

Zwar heilen Masern oft ohne Folgen aus, es sind aber auch schwere und selten auch lebensbedrohliche Krankheitsverläufe möglich. Nach einer überstandenen Maserninfektion kommt es zu einer vorübergehenden Immunschwäche, die mindestens sechs Wochen andauert. In dieser Zeit besteht eine erhöhte Empfänglichkeit für bakterielle Infektionen, die unter anderem zu Mittelohr- oder Lungenentzündungen führen können.

Schwere Verlaufsformen der Masern mit Organkomplikationen, Hirnentzündung und tödlichem Ausgang entwickeln sich vor allem bei Immungeschwächten.

Besonders gefürchtet ist als Komplikation das Auftreten einer postinfektiösen Hirnentzündung vor allem bei Säuglingen, die noch nicht geimpft werden können. Sie kann in seltenen Fällen noch sechs bis acht Jahre nach der Infektion auftreten und führt unweigerlich zum Tod.

Es gibt keine Therapie gegen Masern. Es ist lediglich eine Behandlung der Krankheitszeichen möglich, zum Beispiel die Einnahme fiebersenkender Mittel. Antibiotika sind gegen Erkrankungen, die durch Viren ausgelöst werden, wirkungslos. Sie werden in der Regel erst eingesetzt, wenn bakteriell verursachte Komplikationen auftreten. Auch deshalb bietet die Impfung den wirksamsten Schutz.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Masern. Sie erfolgt vorzugsweise mit einem sogenannten MMR- oder MMRV Kombinationsimpfstoff, der neben Masern auch vor Mumps, Röteln und ggf. Windpocken schützt.

Bei Kindern wird der Aufbau eines Impfschutzes in zwei Schritten empfohlen:

  • Die 1. Impfung erfolgt ab dem 11. Lebensmonat
  • Die 2. Impfdosis wird frühestens sechs Wochen nach der 1. Impfdosis und spätestens bis zum Ende des 2. Lebensjahres gegeben.

Erst nach der 2. Impfung ist die empfohlene Impfreihe zum Schutz vor Masern vollständig.

Bei ungeimpften Kindern und Jugendlichensollte die Impfung so schnell wie möglich mit zwei Impfdosen nachgeholt werden.

Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, wird eine Impfung empfohlen, wenn sie gar nicht oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft sind. Das gilt auch bei einem unklaren Impfstatus.

Die Masernimpfung ist sicher, gut verträglich und effektiv in der Bekämpfung des gefährlichen Virus weltweit. In einzelnen Fällen können Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber oder leichte Magen-Darm-Beschwerden auftreten, die aber rasch wieder abklingen. Auch eine Hautreaktion an der Injektionsstelle ist möglich.

Da es sich um eine Lebendimpfung handelt, können ein bis vier Wochen nach der Impfung leichte „Impf-Masern“ beobachtet werden, die aber nicht ansteckend sind.

Umfangreiche Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts.

Sie können sich natürlich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden. Außerdem bietet Ihr örtliches Gesundheitsamt kundige Beratungen zu Masernerkrankung und Impfungen an.

Umfangreiche Informationen zum verwendeten Impfstoff finden Sie im Beipackzettel des Impfstoffs.

Umfassende (Fach-)Informationen zu Infektionskrankheiten und Schutzimpfungen gibt es auch im Internet auf den Seiten des Robert Koch-Institutes.

Wissenswertes rund um den Infektionsschutz durch Impfen finden Sie außerdem auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 1984 die weltweite Beseitigung der Masern zu ihrem Ziel erklärt. Mit Hilfe von großen Impfkampagnen wurden wichtige Erfolge erzielt. Aber die vollständige Elimination wurde in Europa bisher nicht erreicht, auch nicht in Deutschland.

Damit die Beseitigung der Masern erreicht wird, muss laut WHO die Durchimpfung der Bevölkerung bei mindestens 95 Prozent für beide Impfdosen und weniger als 0,1 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner liegen – das würde in Deutschland etwa 82 Erkrankten im Jahr entsprechen. Hierzulande liegt die Durchimpfungsquote jedoch je nach Bundesland bei 89 Prozent bis 95 Prozent und es treten immer wieder Masernfälle auf. Sowohl die durch das Masernschutzgesetz festgelegten Impfpflichten sowie intensive Aufklärungskampagnen, wie z.B. die Integrierte Landesimpfstrategie in Hessen, sollen dazu beitragen die für eine vollständige Verdrängung der Masern nötige Durchimpfungsrate von 95 Prozent bis zum Jahr 2024 zu erzielen.

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