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Grafik Diphtherie
Foto: © HMSI

Diphtherie ist eine akute Infektion, die lebensbedrohlich sein kann. Sie wird durch Bakterien verursacht. Der Erreger ist weltweit verbreitet und kann auch von Personen weitergegeben werden, die nicht an Diphtherie erkranken. Das Diphtherie-Bakterium infiziert die Haut oder die Schleimhäute und kann sich auch im ganzen Körper ausbreiten. Einige Diphtheriebakterienstämme bilden ein gefährliches Gift (Diphtherie-Toxin), das Organe wie Herz, Niere und Leber dauerhaft schädigen kann.

In Deutschland erkranken dank hoher Impfraten nur noch sehr wenige Menschen an der Diphtherie. Die Impfung bleibt aber wichtig, denn in Osteuropa und vielen anderen Reiseländern ist die Krankheit auch heute noch verbreitet.

Das Diphtherie-Bakterium wird per Tröpfcheninfektion zum Beispiel beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen. Die Hautdiphtherie, die in den Tropen verbreitet ist, kann auch durch direkten Kontakt übertragen werden.

Typische Symptome von Diphtherie sind Fieber, Halsschmerzen, Unwohlsein, weißlicher Belag im Rachenraum und Atemnot. In schweren Fällen kann es zu Erstickung, Kreislaufversagen, Entzündung des Herzmuskels, Herzversagen und Lähmungen kommen.

Für Kinder ist die Krankheit besonders gefährlich, aber auch Jugendliche und Erwachsene können betroffen sein.

Im Fall einer akuten Infektion wird so früh wie möglich ein Gegenmittel gegen das Diphtherie-Toxin (Diphtherie-Antitoxin) eingesetzt. Es neutralisiert das Gift, das in der Blutbahn kreist, und macht es so unschädlich. Das Gegengift wirkt jedoch nicht gegen bereits an Körperzellen gebundene Giftstoffe. Es kann den Krankheitsverlauf zwar abmildern, aber nicht aufheben. Zudem wird das Diphtherie-Bakterium mit Antibiotika direkt bekämpft.

An Diphtherie erkrankten Menschen wird Bettruhe für wenigstens vier Wochen verordnet. Unmittelbar nach der Diagnose werden Betroffene isoliert, denn Diphtherie ist hoch ansteckend.

Dank hoher Impfraten erkranken in Deutschland nur noch  wenige Menschen an Diphtherie. Dennoch ist die Impfung wichtig. Denn in anderen Ländern ist die Krankheit auch heute noch stark verbreitet. Aufgrund von Reiseaktivitäten und Migration kann Diphtherie also auch in Deutschland jederzeit wieder auftreten.

Die STIKO empfiehlt eine Kombinationsimpfung und rät dazu, bereits ab der 9. Lebenswoche zu impfen.  

  • Die 1. Impfung erfolgt ab dem vollendeten 2. Lebensmonat (ab der 9. Woche).
  • Die 2. Impfdosis bekommt das Kind mit vollendetem 3. Lebensmonat.
  • Die 3. Impfdosis erfolgt ab dem vollendeten 4. Lebensmonat.
  • Die letzte Impfung der Grundimmunisierung wird am Ende des ersten Lebensjahres gegeben (11.-14. Lebensmonat).

Die Impfung sollte mit fünf bis sechs Jahren, dann im Alter von neun bis 16 Jahren erfolgen und danach alle zehn Jahre aufgefrischt werden.

Die Diphtherie-Grundimmunisierung erfolgt üblicherweise mit einem Mehrfachimpfstoff. Bei dieser Impfung wird außer gegen Diphtherie gleichzeitig auch gegen Tetanus, Pertussis (Keuchhusten), Polio (Kinderlähmung), Hib (Haemophilus influenza Typ b) und Hepatitis B geimpft. Die späteren Auffrischungsimpfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und gegebenenfalls auch Kinderlähmung werden üblicherweise kombiniert gegeben.

Viele Impfungen werden im Rahmen der U-Untersuchungen (Früherkennungsuntersuchungen) durch die Kinderärztin oder den Kinderarzt gegeben.

Die Impfung gegen Diphtherie gilt hierzulande als Standardimpfung. Sie ist in der Regel gut verträglich. In einzelnen Fällen können Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber oder leichte Magen-Darm-Beschwerden auftreten, die aber rasch wieder abklingen. Auch eine Hautreaktion an der Injektionsstelle ist möglich.

Wenn Sie Fragen zur Diphtherieimpfung und zum empfohlenen Kombinationsimpfstoff haben, wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt sowie an Ihr örtliches Gesundheitsamt.

Umfangreiche Informationen zum verwendeten Impfstoff finden Sie im Beipackzettel des Impfstoffs.

Umfassende (Fach-)Informationen zu Infektionskrankheiten und Schutzimpfungen gibt es auch im Internet auf den Seiten des Robert Koch-Institutes.
Wissenswertes rund um den Infektionsschutz durch Impfen finden Sie außerdem auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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